Wie im Himmel

Gestern bin ich überraschend im Paradies gelandet. Ich wollte nur
unseren alten Küchenwagen reparieren lassen. Die Werkstatt lag
versteckt in einer Sackgasse hinter dem Bahnhof. Man hätte auch
glatt daran vorbei gehen können ohne sie zu bemerken. Nachdem ich
eine weiß lackierte, hölzerne Tür geöffnet hatte blickte in in einen
schlauchförmigen Raum der über und über vollgestopft war mit allen
möglichen Koch-Utensilien bis hoch zur Decke. Was zunächst wirkte
wie ein Metalltrödelladen, entpuppte sich nach näherem hinsehen als
der irrwitzigste, der chaotischste und der überfüllteste Kochshop den
ich je zu Gesicht bekommen habe. Die Spiegelgasse aus Harry Potter,
nur für Köche….
Ein Werkstattladen wie aus einer anderen Zeit.

 

Den Inhalt der Regale, Schränke und Kisten zu beschreiben ist fast
unmöglich. Eine Ordnung in dem Ganzen war nicht zu erkennen.
Klar, die Spritztüllen in Griffnähe (die brauch jeder Koch, weil sie
immer  weg sind), am Eingang Kitchen Aid Mixer, neben Maschinen
deren Funktion mit schleierhaft war. Im hinteren Bereich Terrinen-
formen, Ausstecher, Walzen, Metallringe, Schneebesen, Kellen,
Siebe, Töpfe, Messer, Schablonen  in allen Formen und Größen,
viele Teile handgefertigte Unikate, Wahnsinn!!!!!!!

So unscheinbar sieht er aus, der Eingang zum Paradies.

Firma René Kern in Basel, Laufenstrasse 84

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  1. Wilde Henne sagt:

    Da will ich hin! Ist das wirklich ein Laden, in dem jeder einkaufen kann oder ist das nur für Berufsleute?

  2. shadok sagt:

    ich habe vor 20 Jahren schon dort eingekauft – Faschtewaie-Eisen – er verkauft auch an interessierte Amateur-Bäcker!

  3. Cristina sagt:

    Das ist ja wohl witzig!!!
    Per Zufall bin ich auf diesen Blog und diesen Bericht gestossen.
    Habe gestern meinen Mann in de “La Cucina” Laden in Basel geschickt um mir ein Rosekiechli-Eisen zu kaufen. Da die Nachfrage für die Eisen zu klein war, haben sie diese nicht mehr zugetan.
    Mein Mann wurde genau an diesen Laden verwiesen.
    Mit der Frage was er wolle wandte sich Herr Kern an ihn:
    -Mein Mann meinte ein Rosenkiechli-Eisen
    -Wie sieht das aus?
    -Ich weiss es nicht!
    -Was sie wissen es nicht?
    -Es ist für meine Frau
    Er ging nach hinten und hat ein Eisen gebracht:
    -Meinen sie das?
    -Kann sein, wie macht man das?
    -Das weiss ich doch nicht, ich mache sie nur. Ihre Frau wird ja wohl wissen wie das geht. Nehmen sie das mal mit, sie soll es ausprobieren und sonst zurück bringen. Schreiben sie mal hier auf den Zettel ihre Telefonnummer auf. Nur die Nummer, brauche nicht die ganze Adresse.
    -Was kostet das?
    -Mitnehmen und ausprobieren, erst dann bezahlen.
    -ok
    –moment das Metall hat noch ein paar Brauen!
    Er hat das Ding nochmals genommen und abgeschliffen.
    Mit dieser Geschichte und einem Rosenkiechli-Eisen stand mein Mann gestern Zuhause vor der Tür :-)

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