Slow cooker-sanft garen auf amerikanisch

Die Zeitschrift “Effilee” stellt in ihrer letzten Ausgabe den Slow Cooker
der Firma Morphy Richards vor. Angeblich gibt es dieses Kochwunder
bereits in jedem zweiten US Haushalt (das stimmt mich eher skeptisch).
Der Topf ermöglichst sanftes Langzeitgaren bei niedrigem Energiebedarf.
Da Niedrigtemperaturgaren ohnehin im Trend liegt, wollte ich im Profitest
das Gerät mal näher unter die Lupe nehmen. Was taugt der Slow cooker
wirklich?

Das Gerät macht einen vernünftig verarbeiteten Eindruck. Der herausnehm-
bare schwere Keramikeinsatz wirkt sehr stabil. Der Anschaltknopf hingegen
macht keinen sehr stabilen Eindruck. Der Energiebedarf beträgt, durch unab-
hängige Tests belegt,  ca. 100 Watt pro Stunde. Was sehr wenig wäre und
etwas verwundert,weil eigentlich nichts richtig isoliert ist.  Aber nun zur
Kernaufgabe des Gerätes. Kann man damit kochen?

Ich habe 3 Gerichte ausprobiert. Siedfleisch 12 Stunden gegart, Rindsschmor-
braten 6 Stunden und Ochsenschwanz 10 Stunden. Das Ergebnis war durchweg
sehr gut bis außergewöhnlich gut. Die sanfte Methode scheint dem Fleisch
gut zu tun. Das kennen wir ja schon von anderen Niedrigtemperatur Methoden.
Das Fleisch bleibt saftig, wird zart und in der Küche duftet es wunderbar. Kochen
im eigentlichen Sinn tut das Gerät nicht, die Temperatur steigt ja nie auf 100 C°.
( Sie liegt bei der Einstellung “LOW” bei cirka 75 C°, was die optimale Temperatur
darstellt für die Sanftgarmethode nach Werner Wirth). Der Vorteil liegt
klar auf der Hand. Man setzt morgens sein Essen auf und hat abends perfekt ge-
gartes Schmor- oder Siedfleisch. Übernacht garen oder 24 Stunden garen ist auch
möglich. Auf den Versuch Gemüse damit zu garen habe ich verzichtet, das wollte
ich dem Gemüse dann doch nicht antun. Aber Eintopfgerichte sollen auch gut
funktionieren.

 

Ich hatte das kleiner Modell ausprobiert für 3.5 Liter Inhalt. Für Fleischstücke bis
1,4 Kilo optimal geeignet. Das reicht für 4-6 Personen.
Gesehen bei AMAZON:

 

 

In Deutschland gibt es bereits eine kleine Fangemeinde und einen eigenen Blog
mit vielen Rezepten um das Thema :

http://www.crockpot-rezepte.de/
Für alle Kochtechnik-begeisterten, in der Profiküche gibt es ein ähnliches Gerät,
was auch bei konstant niedrigen Temperaturen gart, auch Roastbeef oder Filet.
Es ist der Holdomat der Firma Hugebtobler und kostet die Kleinigkeit von 2700 Euro.
Vielleicht doch etwas teuer für zu Hause.

http://www.hugentobler.ch/produkte_holdomat.html

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  1. Tiefgarer sagt:

    Sehr interessant, danke für den Test!

    Nur bei den Verbrauchsangabe würde ich mir noch wünschen, daß man irgendwie eine sinnvolle Einheit angibt. Watt/Stunde macht keinen Sinn. ‘Watt’ an sich würde Sinn machen, aber Watt durch Zeit zu teilen, verstehe ich nicht. Und 100W sind ja auch nicht wirklich wenig, wobei ein Ofen aber vermutlich durchschnittlich mehr zieht. (Aber bei einer Induktionsplatte sieht das evtl. schon wieder anders aus).

    • ralf sagt:

      Hallo Tiefgarer,

      O.K.ich gebe es ja zu, “Strom” ist nicht mein Spezialgebiet. Also,das Gerät hat eine maximale Leistung von 170 Watt.
      Wieviel Strom braucht es dann in der Stunde? Ich weiß es nicht, auf jeden Fall nicht allzu viel,oder?

  2. Hornelch sagt:

    0,17 Wh, bei heutigen Preisen also so ca. 0,04€ pro Stunde.

    • Peter sagt:

      Hallo Horneich und Ralf

      170 Watt ist eine Leistung die momentan abgegeben wird. Die Leistung ergibt sich aus der verrichteten Arbeit geteilt durch die Zeit (W=Ws/s) Die Wattsekunde wird durch die Sekunde geteilt, daher ergibt sich für die Leistung die Einheit Watt.
      Bei dem elektrischen Energieverbrauch wird die kilo Watt Stunde gebraucht (kWh) – dies entspricht der Leistung mal die Zeit in der die Leistung gebraucht wird. Daher 170W / 1000W/kW=0,17kW
      diese 0,17kW x 1h=0,17kWh mal den Preis pro kWh und ihr habt dem Preis für die verbrauchte Energie.
      Gruss
      Peter

  3. Ursula sagt:

    Hi, onlyfood – interessanter, schoener blog und extraklasse fotos. ich wohne seit 15 jahren in wisconsin, USA. bei uns ist so gut wie immer etwas im slow cooker am schmurgeln. ich besitze insgesamt 3 stueck (klein, mittel und gross) – je nach menue und/oder gaesteliste. derzeit sind weisse champignons in weisswein-butter-knoblauch + curry, mit vietnamesischer fish sauce. die kommen heute abends auf die ueber holzkohle gegrillten steaks . . .
    mache damit eingesottene butter, die man hier nicht zu kaufen kriegt. halte oft beilagen darin warm resp. heiss.
    P. S. die firma MORPHY RICHARDS gibt’s allerding hier nicht. (eher england und/oder uebriges europa) HOCH LEBE DER SLOW COOKER! beste gruesse – URSULA.
    uebrigens wird sauerkraut darin umwerfend gut! mit ein wenig reismehl gestaubt, und prise paprika – wegen der farbe. m-h!

  4. Ursula sagt:

    apropos slow cooker: uebernacht grobe haferflocken + wasser auf ‘low’ ergeben ein willkommenes fruehstueck, dem dann die slow cooked birnen beigegeben werden . . .
    greetings from wisconsin,
    ursula.

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