Tintagel Castle in Cornwall

 

Tintagel Castle ist ein phantastischer aber rauer Ort, vor allem bei Regen und Sturm. Fast fühlt man sich an die Küste von Schottland versetzt. Trotzdem ist Tintagel der meist besuchte Ort Cornwalls. Ein Ort dem anscheinend selbst der grosse Touristenrummel nichts von seinem geheimnisvollen Kraft nehmen kann, ähnlich wie in Stonehenge.

Jeder möchte ein Stück vom Mythos den Tintagel umweht ergattern. Gerne wird Tintagel Castle als die Burg von König Artus beworben, dieser monumentalen Sagengestalt der britischen Ahnenwelt. Der geht mit Hilfe seiner Ritter der Tafelrunde, eines weisen Druiden und dem Zauberschwert Excalibur auf die Suche nach dem heiligen Gral. Soweit die Sage. Ganz nebenbei gilt König Artus auch als Befreier Britanniens von den ungeliebten Sachsen. Zudem galt er allgemein als Wohltäter für Volk und Vaterland,  gerecht und milde. Ein idealer Herrscher, wie man ihn sich nur wünschen kann.

Die Historiker beschreiben eine andere Geschichte. Tintagel Castle wurde ca. 1230 von Richard of Cornwall erbaut, soviel ist belegt. Die Geschichten, die sich um König Artus ranken, werden auf das 5. bis 6. Jahrhundert datiert. Das ist immerhin 700 Jahre früher. Wissenschaftliche Beweise für seine Existenz stehen ohnehin noch aus. Es wird auch beschrieben, dass schon im 13. Jahrhundert ein wahrer Artuskult an den Adelshöfen Europas herrschte. Gut möglich , das dies der Grund war, warum der Prinz of Cornwall bei Tintagel eine Burg errichten liess, quasi als Platz des repräsentativen Gedenkens an eine grossen Sagengestalt. Damit konnte sich der Prinz of Cornwall auch ein wenig im Glanz der Legendengestalt sonnen. Doch 300 Jahr später war die Burg  schon wieder dem Verfall preisgegeben, anscheinend war ihre strategische Bedeutung  wohl allzu gering.

Aber die historisch korrekte Geschichte tut dem kraftvollen Ort keinen Abbruch. Denn auch schon im 6. Jahrhundert, dem Jahrhundert in dem König Artus gelebt haben könnte, gab es hier auf der Halbinsel bei Tintagel eine stattliche Besiedelung, vielleicht auch eine Klosteranlage. Wie neuere archäologische Funde bestätigen, muss hier einst eine Fürstenfamlie gelebt haben, die mit dem Mittelmeer Handel trieb und wer weiss, vielleicht hat die Sage doch recht und König Artus wurde hier gezeugt.

So oder so, einen Besuch ist die Burgruine allemal Wert. Schon wegen der einmaligen Lage und dem Zauber der Merlingrotte unterhalb der Ruine.

 

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