The Lost Gardens of Heligan

 

Schon der Name dieses Fantasie-Gartens klingt wie ein Versprechen nach etwas Geheimnisvollem, vielleicht einem Abenteuer.

Südengland ist berühmt für seine Gärten. Es gibt Gartenenthusiasten, die nur deshalb hier Urlaub machen. Unter den vielen aussergewöhnlichen Gärten aber ist der Heligan der verrückteste. Ich weiss nicht mal, ob „Garten“ der richtige Ausdruck für dieses grüne Dickicht ist. Auf 35 Hektar breitet sich da neben einem Nutz- und Ziergarten in einem Tal ein Dschungelgarten aus, inclusive Hängebrücke, wie er selbst im gartenverwöhnten England einmalig ist. Als kleines Highlight noch dazu, Cornwalls einzige Ananaszucht, mit eine „Fussbodenheizung“ aus Pferdemist.

Wer diese Gartenanlage das erste Mal in seinem Leben betritt, wird schier überwältigt von der Vielfalt der Pflanzen. Es ist kaum zu glauben, dass dieser Rausch von subtropischen Pflanzen hier in Südengland im Freien sommers wie winters  überleben kann? Das Wunder von Heligan heisst „Golfstrom“ und Tim Smith.

 

Tim Smith war eigentlich Archäologe und arbeitete zwei Jahr als Denkmalspfleger. Später wurde er ein erfolgreicher Musikproduzent. 1978 zog er mit seiner Familie in die Nähe von Exeter, um mehr Ruhe zum Komponieren zu haben. Doch daraus wurde nichts. Denn er machte Bekanntschaft mit John Nelson. Zusammen erwarben sie 1990 ein völlig verwildertes Grundstück mit verfallenen Gartenhäusern.

 

Der riesige Garten gehörte ursprünglich der Familie Tremayne. Vor dem ersten Weltkrieg waren hier bis zu 22 Gärtner beschäftigt. In den Wirren des Krieges erfolgte dann der Niedergang. Es fehlte an Geld und Arbeitskräften.

Die Gärten verfielen zusehends und dämmerten in einem Dornröschenschlaf dahin. Bis Smith und Nelson kamen.

 

Mit vielen Helfern machten sie sich an die unüberschaubare Arbeit. Wie macht man aus einer unübersichtlichen Wildnis wieder einen Garten? Wer mehr darüber erfahren möchte, Smith hat ein Buch über die Auferstehung von Heligan geschrieben. Bereits 1999 wurde Heligan zum Garten des Jahres gewählt, nun kannte der Besucherandrang kein Halten mehr. Heute besuchen jährlich über 350000 Menschen diese phantastische Anlage, die sicherlich zu einer der schönsten Gärten Europas zählt. Ausserdem zählt Heligan heute zu einem der grossen Arbeitgeber in der strukturschwachen Region Cornwall.

 

Doch hier blieb Tim Smith noch nicht stehen. Als nächstes Projekt schwebte ihm nicht mehr und nicht weniger als das grösste Gewächshaus der Welt vor.

Daraus wurde das „Eden Project“, aber das ist eine andere Geschichte.

Zum Schluss noch einmal Tim Smith im Original:

 

„Wenn du in einem Garten keine Liebe machen kannst, wenn du dort nicht träumen oder dich betrinken kannst – asphaltier ihn doch, wozu ist er sonst gut“.

 

(zitiert nach Peter Sager „Die Zeit“- Gartenwunder in England, 16.7.1998)

 

 

 

heligan.com

 

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