Whisky on the rocks?

Natürlich grenzt es an ein Sakrileg den teuren schottischen Single Malt mit Eiswürfel zu killen (bitte Horst verzeih mir*) Klar das man dann die vielen Feinheiten nicht mehr schmecken kann. Orangenschale, Vanille, Nelkenaroma, Zitrusfrüchte, Heidekraut, Kokos, Meersalz und was die Experten noch so herausschmecken, alles wie weggeblasen? Aber wenn ich doch gerade Lust auf Whisky habe und draußen 33 °C im Schatten sind, bleibt einfach keine Alternative. Ich weiss, natürlich geht Bourbon immer mit Eis, einige behaupten ja, der geht ohnehin nur mit Eis oder Cola. Nur hab ich keinen im Haus.

 

Also hier mein Selbstversuch.


Hochwertiger “Talisker Skye Single Malt” auf Eiswürfel.

 

Erste Überraschung, die Rauchigkeit nimmt fast noch zu, die Spritigkeit leider auch. In der Destillerie hatte ich an frischer in Torfrauch getrockneter Gerste gerochen, diesen Geruch finde ich jetzt recht ausgeprägt wieder. Langsam schmilzt das Eis und die Sache wird weicher. Aber die zunehmende Verdünnung tut ihm insgesamt nicht gut, meine Frau meint, der schmeckt ja wie der Schornsteinfeger riecht!

 

Zweiter Versuch: Schottlands Lieblings Single Malt “Glenmorangie”.

Dieser Whisky ist berühmt für seine ausgeprägte Weichheit und seine subtilen Vanilletöne. Alle lieben ihn, vor allem Frauen, aber schmeckt er auch auf Eis?

Welch ein Unterschied zum  Talisker! Zarte Orangenschale vereint mit dem Duft von Vanilleschoten und diese an Likör erinnernde Süsse, einfach phantastisch. Dabei finde ich sonst den Glenmorangie pur fast ein bisschen zu zahm. Vielleicht wirkt lang anhaltende Hitze ja persönlichkeitsverändernd.

 

Fazit: Ich halte es doch wohl mit dem netten Schotten, der die Führung gemacht hatte bei Talisker und der auf meine Frage “wie soll man den Whisky denn nun trinken” nur kurz und trocken meinte “as you like”. Aber ehrlich, draußen Minusgrade und den Whisky dann pur hat für mich mehr Stil.



* www.whisky.de mit und von Horst Lüning

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