Schwein gehabt

Hier ist nun der schon lang versprochene Test vom Lumafleisch. Zu meiner Über-
raschung veredelt die Schweizer Firma Luma nicht nur Rind- und Kalbsfleisch,
sondern auch Schweinefleisch. Ob die heftige Sonderausgabe sich gelohnt hat klärt
der nachfolgende Artikel.

Das 260 g Stück Schweinerack (Kotelett) verströmt einen intensiven Duft nach
italienischer, luftgetrockneter  Salami, bizarr. Rein optisch ist das Kotelett eine
Augenweide. Es gehörte definitiv nicht zu den üblichen, armseligen Turbonschwei-
nen, die magerer sind wie Hühnerfleisch. Es muss ein Vollfettschwein gewesen sein
und wahrscheinlich hat es ein glückliches Leben gehabt.

Ich würze nur dezent mit etwas zerstossenem Fenchel und Salz. Von jeder Seite an-
gebraten und  bei 150 C°  für 15 Minuten in den Ofen auf den Rost und das Fleisch
war noch so rosa, wie der Hersteller es auf seiner Webseite empfiehlt.

Seltsamerweise wirkt das Stück Fleisch nun gar nicht mehr so Fett. Der Geschmack
ist angenehm nussig, aussergewöhnlich und fein. Keine Spur von Camembert oder
sonstige Edelschimmel Aromen, wie einige Blogger befürchteten. Die Konsistenz
kann man nur als sensationell bezeichnen, zart, zarter, zärtlich.

Also kein Marketingwitz sondern eine wirkliche Delikatesse. In Deutschland übrigens
noch nicht zugelassen. In der Schweiz erhältlich in grösseren Coop Filialen. Der Preis
der Neugier: 50 Euro das Kilo! Nochmal zu Erklärung, es handelt sich hierbei nicht um
normales Dry aging, sondern um ein spezielles Verfahren zur Fleischveredelung bei der
bestimmte Schimmelpilzkulturen eingesetzt werden.

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  1. Aussehen tut das Stück jetzt nicht anders al z. B. ein Kotelett von S.-H.-Eichelmastschwein.
    Aber danke für die Info, bei Schweinefleisch hätte ich immer die Befürchtung gehabt, der Geschmack wäre am Ende zu süßlich.

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